Montag, 22. Februar 2016

Die Uros - Lago Titicaca


Tags darauf geht es in der Frühe mit einem Boot zu den schwimmenden Inseln weiter: den Uros. Auf uns wirkt dieser Ausflug wie ein Teil von Gardaland (Vergnügungspark), denn die in bunten Trachten bekleideten Einwohner begrüßen uns in Reih und Glied singend und winkend und nach einer kurzen Einführung, wie die Inseln gebaut werden sowie nach einem Blick in deren Behausung geht es auch schon weiter zu den Verkaufsständen. Befremdlich wirken zudem die Masten mit Sonnenkollektoren, die jede Behausung für sich aufgestellt hat. Ursprünglich lebten die Uros tatsächlich hier auf ihren mit Schilf (tortora) und Erde vermischten Inseln, die tatsächlich schwimmen und mit Ankern im Seeboden festgemacht sind. Heutzutage leben die Familien hauptsächlich vom Tourismus und während sie uns mit einem Touristen-Tortota-Boot zu einer Art schwimmender Bar geleiten, singen die Kinder in allen Sprachen typische Lieder: schlecht zu verstehen in deutsch „Alle meine Entchen“, dann schon besser verständlich „San Martino campanaro, dormi tu…“ in italienisch und schließlich sprachlich quer durch Europa bis hin zu einem klarerweise für uns kryptischen Lied in japanisch ;) Immerhin ziert jedoch ein netter Stempel unseren Pass (für 1 Sol erhältlich).

Sonntag, 21. Februar 2016

Das Andenmeer auf 3.800 Höhenmetern - Lago Titicaca


Unser Körper verkraftet die Höhen sehr gut und so vergisst man beinahe, auf was für Höhen wir uns die ganze Zeit bewegen. Die Fahrt von Chivay nach Puno ist recht kurzweilig und zeigt abwechslungsreiche Landschaften mit teils bizarren Felsformationen und wunderbaren Landschaftsmotiven. Immer wieder sehen wir Alpacas, Pecunas und Lamas, doch von den wilden Meerschweinchen haben wir noch nichts gesehen. Nach etwa vier Stunden kommen wir in der nicht besonders attraktiven Stadt Puno an, die allerdings ein guter Ausgangspunkt für die verschiedenen Ausflüge ist. Der Titicaca-See ist mit einer Höhenlage von 3.800 m und einer Fläche von 8288 km2 einer der höchstgelegenen Seen und der auf dieser Höhenlage einzige, der kommerziell mit Schiffen befahren werden kann. Bildlich ausgedrückt heißt das, dass der See fast so groß ist wie Korsika. Wahrhaft ein Andenmeer, das sich Peru jedoch mit Bolivien teilen muss. Je nachdem, auf welcher Seite man sich befindet, gehören 60 % Peru und 40 % Bolivien oder eben umgekehrt ;)

Samstag, 20. Februar 2016

El Condor im Colca Canon


Er ist der Vogel aller Vögel in Peru. Der Vogel der Superlative. Der Vogel, genannt „Fliegender Götterbote“. Es ist der mächtige Kondor, nach dem Strauß in der Größenhierarchie die Nummer zwei der Flugtiere. Wir haben das Glück, jetzt im Februar, wenn die Kondore eigentlich in Richtung Meer ins Warme ziehen, beim Aussichtspunkt Mirador del Cruz an die zehn dieser etwas hässlichen, aber sehr anmutigen Vögel zu beobachten. Elegant nutzen die 1,30 m großen und sage und schreibe bis zu 15 kg schweren Kondore die Thermik des frühen Morgens, um in großen Kreisen majestätisch durch die Lüfte zu schweben. Mit ausgebreiteten Flügeln erreicht das fliegende Symbol der Anden an die 3 m Spannweite. Kaum zu glauben, dass der in Wildbahn lebende Andenkondor an die 40 Jahre alt wird und dabei nur alle zwei Jahre ein Ei ins Nest legt. In der Mythologie fast aller altperuanischen Kulturen und später auch bei den Inka galt der Kondor als Mittler zwischen Himmel und Erde. 

Reisetipp: Der Colca Canyon gilt als einer der tiefsten der Welt. Normalerweise werden Touristen nach einer Übernachtung zur nächsten Tour weitergeschoben. Wir bleiben ganz abnormal eine Nacht mehr und genießen tags darauf eine zweistündige Vormittagswanderung ab Corporaque. Wer mehr Zeit hat, kann in dieser einzigartigen Gegend wunderbare Trekkingtouren unternehmen.

Freitag, 19. Februar 2016

Wenn die Erde bebt: 5,3 auf der Richterskala


Einmal den Patampa-Pass mit fast 5.000 Höhenmetern überquert geht es in wunderbarer Landschaft durch das Vulkangebiet in Richtung Chivay. Unweit davon im kleinen Dörfchen Coporaque haben wir uns einquartiert. Der erste Regen ist gefallen und wir haben eine wunderbare Aussicht auf die von der Inkakultur angelegten Terrassen, wo das Wasser gesammelt wird, damit in der eigentlich ansonsten unwirtlichen Gegend Landwirtschaft betrieben werden kann. Viel Grün umsäumt die Gegend und lässt vergessen, dass wir uns auf regem Vulkangebiet befinden. Marco befindet sich gerade im Badezimmer, ich liege im Bett, als es plötzlich energisch wackelt. Noch während ich überlege, ob es wohl gescheiter wäre, das Zimmer zu verlassen, ist es auch schon vorüber. Was bei uns groß in den Medien als halbe Katastrophe gelten würde, lässt die Peruaner relativ kalt. Als wir tags darauf unseren Guide auf das Erdbeben ansprechen, meint er bloß "Ah, es solo un muovimento..." Nur eine Bewegung, nichts Besonderes, kommt ständig vor. Ein Erdbeben ist es erst, wenn die Häuser zusammenfallen. Immerhin waren es doch 5,3 auf der Richterskala und das Epizentrum in Maca, in einem der nahegelegenen Dörfer. Anscheinend hat es die ganze Nacht noch weitere kleinere Bewegungen gegeben, aber da haben wir dann unter den dicken Decken geschlafen, so dass sogar das Umdrehen beschwerlich war.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Arequipa


Nachdem es uns beide nicht hinzog, haben wir den Besuch und Flug über die Nazca-Linien ausgelassen. Mit dem Bus ging es direkt weiter nach Arequipa (12 Stunden). Arequipa ist eine recht quirlige Stadt, umgeben von den Vulkanen Misti, Pichu Pichu und Chachani. Arequipa ist nicht nur ein guter Zwischenstopp, um sich an die Höhe zu gewöhnen (2.350 m), sondern bietet mit der Klosterstadt Sta. Catalina eine besondere Sehenswürdigkeit und lässt jedes Fotografenherz höher schlagen. Wer sich dazuzählt, plant am besten 3 Stunden in der "Stadt innerhalb der Stadt" Arequipa ein. Von den vielen Kirchen hat uns die Iglesia La Compania mit einer sehr feinen Energie und Atmosphäre gefallen. Ein paar Schritte weiter in der Calle Domingo befindet sich das ehemalige Jesuitenkloster mit wunderschönem Kreuzgang und eine wunderbare Möglichkeit, etwas in die Stille zu flüchten.

Reisetipp: Wir haben im Hostal El Patio de Elisa übernachtet und uns sehr wohlgefühlt. Leckeres Frühstück. Die Weiterreise mit verschiedenen Transfers und Guide für den Colca Canyon haben wir über das Reisebüro "Colonial" organisiert. Preislich sehr fair (eine andere Agentur wollte uns das Doppelte abknöpfen!) und alles hat wunderbar geklappt. Wirklich empfehlenswert!

Dienstag, 16. Februar 2016

B&B unter Sternen


Wir wurden quasi von einem Tubolares entladen und in ein anderes umgesiedelt. Auf dem Plan stand eine Übernachtung in der Wüste mit Grillen am Lagerfeuer. Wir erwarteten weitere Teilnehmer, vor allem, nachdem wir gesehen hatten, was alles an Kisten und Behältern aufgeladen wurde. Doch es blieb beim Jesus, dem Fahrer, und Jeremis, dem Koch. Soeben zurück aus der Wüste ging es diesmal etwas weniger turbulent wieder hinein, bevor wir in einer windgeschützten Mulde Halt machten. Ruck zuck stand auch schon ein Tisch und im Handumdrehen hatte uns Jesus einen wunderbaren Drink gemixt aus Pisco, Sprite und Zitronensaft. Während wir gemütlich unseren Apertiv schlüften, entfachte Jeremis bereits das Feuer. Bald schon blieben wir dann mit dem Koch und Jesus Hund Ringo alleine zurück, in der Wüste unterm Sternenhimmel. Der Abend wurde wirklich sehr nett und Jeremis tischte uns königlich auf. Die Zeit verging im Flug und um halb zwölf nachts stellten wir dann im Dunkeln das Zelt auf und überließen unsere Träume dem Wüstensand.

Montag, 15. Februar 2016

Wüsten-Adventure bei Ica


Ica selbst hat für Touristen wenig zu bieten, doch nur ein klein wenig außerhalb liegt die Oase Huacachina, ein kleiner, leicht schwefelhaltiger See, umgeben von Palmen und hohen Sanddünen. Es sind dies die höchsten Sanddünen Südamerikas und es erwarten uns wahrlich abenteuerliche Stunden. Zu zehnt ging es los mit einem der recht futuristisch anmutenden Tubolares (Buggies) ... bzw. ... es sollte losgehen. Schon beim ersten ruckeligen Anlauf schaffte es unser Tubolares nicht rauf, so dass wir rückwärts nochmals Anlauf nehmen mussten. Nach dem ersten Durchschütteln brauste der Fahrer Arturo über die Wüstenhochebene, bevor wir die ersten Dünen runterbretterten. Ein klein wenig mutet es schon an wie eine Fahrt mit der Achterbahn. Doch bald schon kommt der Stop, bei dem wir auf der "Babydüne" sandboarden üben dürfen. Was so viel heißt, wie sich bäuchlings auf das Snowboard zu legen und mit Kopf voraus die Düne runterzusausen. Ab zum Mutterhügel. Arturo muss uns für sehr begabt gehalten haben, er brachte uns höher als andere Fahrer, ließ uns außerdem eine Kurve fahren und nach den ersten 15 Metern erwartete uns eine Klippe, wo man nicht so genau wusste, wie steil es dahinter runterging. Sagen wir es so: wir haben Arturo nicht enttäuscht ;) Mit Schwung und Schmackes rasten wir dann mit dem Tubolares die Dünen rauf und runter, bevor das Unvermeidliche eintrat: der Buggie blieb im Sand stecken. Der Motor ging aus und war wegen der Schieflage nicht mehr zum Laufen zu bewegen, die Sonne, die unterging, ringsum alle schon verschwunden. Nur mehr Wüste, so weit das Auge reichte. Nach anfänglichen Versuchen, mit vereinten Kräften den Buggie in eine bessere Lage zu bringen (die alle scheiterten), wurde unser Fahrer sichtlich nervös. Nach mehreren Telefonaten tauchte endlich Hife auf. Ein Fahrer mit Buggie seilte unseren Tubolares an und zog ihn mit rechter Gewalt so, dass die Reifen wieder frei waren und der Motor anging. Woraufhin unser Retter prompt selbst im Sand steckenblieb. Mit vereinter Manneskraft wurde Buggie II befreit und schon düste er über die Dünen von dannen. Erleichtert stiegen wir ein, doch oh Schreck: durch die rüde Rettungsaktion hatte die Felge ein Loch in das Gummi geschlitzt. Wir hatten einen Platten. Alle wieder raus aus dem Tubolares, Kopfkratzen, doch Arturo blieb optimistisch: er zückte eine Fahrradpumpe und begann, den Schaden zu beheben. Leider nicht mehr der Jüngste, ging ihm schon recht bald die Puste aus und großen Kulleraugen bat er erneut die Männer an Bord um Hilfe. Und dann ging es in rasantem Tempo in Richtung Oase, die Dämmerung im Nacken und bloß nicht stehenbleiben. Hier war das Wüstenabenteuer wahrlich nicht zu viel versprochen.