Mittwoch, 24. Februar 2016

Isla del Sol - Lago Titicaca (Bolivien)


Tags darauf geht es weiter über die Grenze nach Bolivien zum Wallfahrtsort Copacabana auf über 3.800 m Höhe. Am Nachmittag schiffen wir gleich ein und genießen bei strahlendem Wetter einen Ausflug zur Isla del Sol. Es ist dies die größte Insel im Titicacasee. Wir landen an der Escalera del Inka, einer von den Inka erbauten Steintreppe, die von einem Wasserkanal flankiert wird und zu einer Quelle hinaufführt. Einmal mehr erklimmen wir die Treppen und schnaufen uns den Berg hoch. Wir sehen vier von den 7 Inkastätten, die – um ehrlich zu sein – recht unspektakulär wirken. Zum einen ist es die Treppe, der Inkaweg selbst, die Quelle und der Palacio de Pilkokakaina. Der wichtigste Komplex, die Ruinen von Chincana, sowie der heiligste Ort der Insel, der Titi Khar’ka – auch Namensgeber des Sees - liegen am anderen Ende der Insel und leider zu weit weg. Das Innere der Höhle war mit Gold- und Silberplatten ausgeschmückt. Hier soll der Sonnengott den ersten Inka zur Erde geschickt haben. Die Stippvisite endet schnell, der Guide scheucht uns durchs Gebüsch und schon sitzen wir wieder im Boot und tuckern Richtung Festland.

Reisetipp: Unbedingt eine Tagestour buchen, denn bei der Halbtagestour sieht man so gut wie gar nichts und ist nur 1 Stunde auf der Insel, während man 1,5 Stunden hin und danach wieder 1,5 Stunden zurücktuckert.

Dienstag, 23. Februar 2016

Isla Taquile - Lago Titicaca


Es regnet die ganze Nacht auf Amantani und der Gang zur Toilette von der kargen und recht kühlen Behausung endet recht nass. Mit Regenponcho ausgestattet trotten wir zum Boot, das uns nach einer Stunde auf der Isla Taquile ablädt. Vom Steg aus führt ein sehr reizvoller Weg hinauf und weiter zum Hauptplatz der Insel. Während überall in Peru die Frauen nonstop die Stricknadeln schwingen, sind es hier die Männer, die die Wolle spinnen und die für diese Gegend typischen langen Mützen (chullos, ausgesprochen tschullos) stricken.

Reisetipp: Bei den Tagestouren hat man kaum Zeit, die angelaufenen Stationen wirklich zu erkunden und zu genießen. Es wäre sehr schön gewesen, diese nette Isla (ca. 7 km lang und nur 1 km breit) auf ihren reizvollen Wegen und Stegen zu erwandern.

Montag, 22. Februar 2016

Isla Amantani - Lago Titicaca


Nach den Uros tuckern wir knapp 3 Stunden auf dem See hin zur Isla Amantani. Wir werden wie die Schafe zusammen- und dann den Hügel hinaufgetrieben, um dann den jeweiligen Familien zugewiesen zu werden. Wir folgen einem netten und in der typischen Tracht gekleideten Mädchen und genießen dabei etwas von der schönen Landschaft. Die Häuser sind aus Stein und Lehm sehr einfach gebaut, doch hier sieht alles sehr geordnet und gepflegt aus. Die Mutter des Hauses, Jolanda, tischt uns zum Mittagessen am kargen Küchentisch eine wundervolle Suppe, selbst gebackenes Brot und anschließend gebratenen Käse mit den allseits anwesenden papas (Kartoffeln) und Reis auf. Kaum verdaut treiben uns die Familien aus den verschiedenen Häusern auch schon auf einem Hauptplatz zusammen. Auf dem Programm steht der Aufstieg zum höchsten Punkt der Insel, zu Patchamana (Mutter Erde), auf der auch ein Inkatempel steht. Der Aufstieg ist zwar vom Weg her einfach, aber 1. wegen dem kaum verdauten Mittagessen und 2. wegen der Höhenlage recht beschwerlich. Doch oben angekommen belohnt uns eine atemberaubende Aussicht. Wir gehören zu den letzten, die abends vom Berg runtersteigen und wir weigern uns, der Tochter des Hauses zur Familie zu folgen. Stattdessen setzen wir uns auf eine der Steinmauern, schauen zu, wie der Vollmond aufgeht und genießen die vollkommene Ruhe und wunderbare Energie, die uns Patchamama schenkt.

Reisetipp: Steigt man durch das Tor auf dem Berg etwas hinunter, findet sich versteckt eine kleine „Bar“ zwischen den Steinen. Wir genießen einen Kaffee und eine Art echt leckere Apfelküchlein. Eine kleine Oase zum Ruhen und Genießen.

Die Uros - Lago Titicaca


Tags darauf geht es in der Frühe mit einem Boot zu den schwimmenden Inseln weiter: den Uros. Auf uns wirkt dieser Ausflug wie ein Teil von Gardaland (Vergnügungspark), denn die in bunten Trachten bekleideten Einwohner begrüßen uns in Reih und Glied singend und winkend und nach einer kurzen Einführung, wie die Inseln gebaut werden sowie nach einem Blick in deren Behausung geht es auch schon weiter zu den Verkaufsständen. Befremdlich wirken zudem die Masten mit Sonnenkollektoren, die jede Behausung für sich aufgestellt hat. Ursprünglich lebten die Uros tatsächlich hier auf ihren mit Schilf (tortora) und Erde vermischten Inseln, die tatsächlich schwimmen und mit Ankern im Seeboden festgemacht sind. Heutzutage leben die Familien hauptsächlich vom Tourismus und während sie uns mit einem Touristen-Tortota-Boot zu einer Art schwimmender Bar geleiten, singen die Kinder in allen Sprachen typische Lieder: schlecht zu verstehen in deutsch „Alle meine Entchen“, dann schon besser verständlich „San Martino campanaro, dormi tu…“ in italienisch und schließlich sprachlich quer durch Europa bis hin zu einem klarerweise für uns kryptischen Lied in japanisch ;) Immerhin ziert jedoch ein netter Stempel unseren Pass (für 1 Sol erhältlich).

Sonntag, 21. Februar 2016

Das Andenmeer auf 3.800 Höhenmetern - Lago Titicaca


Unser Körper verkraftet die Höhen sehr gut und so vergisst man beinahe, auf was für Höhen wir uns die ganze Zeit bewegen. Die Fahrt von Chivay nach Puno ist recht kurzweilig und zeigt abwechslungsreiche Landschaften mit teils bizarren Felsformationen und wunderbaren Landschaftsmotiven. Immer wieder sehen wir Alpacas, Pecunas und Lamas, doch von den wilden Meerschweinchen haben wir noch nichts gesehen. Nach etwa vier Stunden kommen wir in der nicht besonders attraktiven Stadt Puno an, die allerdings ein guter Ausgangspunkt für die verschiedenen Ausflüge ist. Der Titicaca-See ist mit einer Höhenlage von 3.800 m und einer Fläche von 8288 km2 einer der höchstgelegenen Seen und der auf dieser Höhenlage einzige, der kommerziell mit Schiffen befahren werden kann. Bildlich ausgedrückt heißt das, dass der See fast so groß ist wie Korsika. Wahrhaft ein Andenmeer, das sich Peru jedoch mit Bolivien teilen muss. Je nachdem, auf welcher Seite man sich befindet, gehören 60 % Peru und 40 % Bolivien oder eben umgekehrt ;)

Samstag, 20. Februar 2016

El Condor im Colca Canon


Er ist der Vogel aller Vögel in Peru. Der Vogel der Superlative. Der Vogel, genannt „Fliegender Götterbote“. Es ist der mächtige Kondor, nach dem Strauß in der Größenhierarchie die Nummer zwei der Flugtiere. Wir haben das Glück, jetzt im Februar, wenn die Kondore eigentlich in Richtung Meer ins Warme ziehen, beim Aussichtspunkt Mirador del Cruz an die zehn dieser etwas hässlichen, aber sehr anmutigen Vögel zu beobachten. Elegant nutzen die 1,30 m großen und sage und schreibe bis zu 15 kg schweren Kondore die Thermik des frühen Morgens, um in großen Kreisen majestätisch durch die Lüfte zu schweben. Mit ausgebreiteten Flügeln erreicht das fliegende Symbol der Anden an die 3 m Spannweite. Kaum zu glauben, dass der in Wildbahn lebende Andenkondor an die 40 Jahre alt wird und dabei nur alle zwei Jahre ein Ei ins Nest legt. In der Mythologie fast aller altperuanischen Kulturen und später auch bei den Inka galt der Kondor als Mittler zwischen Himmel und Erde. 

Reisetipp: Der Colca Canyon gilt als einer der tiefsten der Welt. Normalerweise werden Touristen nach einer Übernachtung zur nächsten Tour weitergeschoben. Wir bleiben ganz abnormal eine Nacht mehr und genießen tags darauf eine zweistündige Vormittagswanderung ab Corporaque. Wer mehr Zeit hat, kann in dieser einzigartigen Gegend wunderbare Trekkingtouren unternehmen.

Freitag, 19. Februar 2016

Wenn die Erde bebt: 5,3 auf der Richterskala


Einmal den Patampa-Pass mit fast 5.000 Höhenmetern überquert geht es in wunderbarer Landschaft durch das Vulkangebiet in Richtung Chivay. Unweit davon im kleinen Dörfchen Coporaque haben wir uns einquartiert. Der erste Regen ist gefallen und wir haben eine wunderbare Aussicht auf die von der Inkakultur angelegten Terrassen, wo das Wasser gesammelt wird, damit in der eigentlich ansonsten unwirtlichen Gegend Landwirtschaft betrieben werden kann. Viel Grün umsäumt die Gegend und lässt vergessen, dass wir uns auf regem Vulkangebiet befinden. Marco befindet sich gerade im Badezimmer, ich liege im Bett, als es plötzlich energisch wackelt. Noch während ich überlege, ob es wohl gescheiter wäre, das Zimmer zu verlassen, ist es auch schon vorüber. Was bei uns groß in den Medien als halbe Katastrophe gelten würde, lässt die Peruaner relativ kalt. Als wir tags darauf unseren Guide auf das Erdbeben ansprechen, meint er bloß "Ah, es solo un muovimento..." Nur eine Bewegung, nichts Besonderes, kommt ständig vor. Ein Erdbeben ist es erst, wenn die Häuser zusammenfallen. Immerhin waren es doch 5,3 auf der Richterskala und das Epizentrum in Maca, in einem der nahegelegenen Dörfer. Anscheinend hat es die ganze Nacht noch weitere kleinere Bewegungen gegeben, aber da haben wir dann unter den dicken Decken geschlafen, so dass sogar das Umdrehen beschwerlich war.